Das Gauß-Krüger-System in Deutschland
Vor der Umstellung auf ETRS89/UTM führten die alten Länder Kataster und topografische Karten im Deutschen Hauptdreiecksnetz (DHDN) mit Gauß-Krüger-Abbildung: Bessel-Ellipsoid und 3° breite Meridianstreifen mit den Mittelmeridianen 6°, 9°, 12° und 15° O. Viele Altpläne, Bebauungspläne, Messprotokolle und Datensätze liegen noch so vor.
Die erste Ziffer des Rechtswerts ist die Kennziffer des Streifens (Mittelmeridian ÷ 3), dahinter folgt der Abstand vom Mittelmeridian plus 500 000 m. 4468560 bedeutet also Streifen 4 (12° O), 31 440 m westlich davon; das ist der Marienplatz in München. Der Hochwert ist der Abstand vom Äquator. Die EPSG-Codes lauten 31466 (Streifen 2) bis 31469 (Streifen 5); der Rechner erkennt den Streifen an der ersten Ziffer.
Warum Gauß-Krüger und UTM so verschieden sind
Es ändern sich gleich drei Dinge: das Datum (DHDN auf Bessel statt ETRS89 auf GRS80, rund 150 bis 200 m Versatz), die Streifenbreite (3° statt 6°) und der Maßstab (1 statt 0,9996 am Mittelmeridian). Der Marienplatz hat im Gauß-Krüger den Hochwert 5 333 323, in UTM 5 334 754. Eine pauschale Verschiebung reicht daher nie.
In der DDR galt das System 42/83 auf dem Krassowski-Ellipsoid. Gauß-Krüger-Werte aus den neuen Ländern stammen daher oft nicht aus dem DHDN und lassen sich auf dieser Seite nicht korrekt umrechnen. Für RD/83 in Sachsen gibt es eine eigene Seite. Österreichische Gauß-Krüger-Werte beziehen sich auf das MGI und haben eine eigene Seite (BMN).
Genauigkeit der Umrechnung
Für den Übergang DHDN → ETRS89 nutzt der Rechner BeTA2007, das bundesweite Transformationsgitter der AdV (Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder), amtlich angegeben mit einer Genauigkeit von etwa 0,9 m (EPSG:15948). Das Gitter wird nur geladen, wenn Ihr Punkt in Deutschland liegt. Liegt er außerhalb oder lässt sich das Gitter nicht laden, rechnet der Rechner mit dem bundesweiten 7-Parameter-Satz aus dem EPSG-Register (EPSG:1776, Mittel aus 109 Stationen, etwa 3 m); die Genauigkeitsangabe neben dem Ergebnis ändert sich dann entsprechend.
Geprüft ist der Rechner mit Punkten der GNSS-Testfelder des LGL Baden-Württemberg, die in beiden Systemen veröffentlicht sind: Mit BeTA2007 liegen die Abweichungen dort unter 8 cm. Weil das DHDN regional verzerrt ist, führen einige Länder eigene, feinere Gitter, etwa BWTA2017 in Baden-Württemberg. Für den Kataster nutzen Sie deshalb die amtliche Transformation Ihres Landes.
Häufige Fragen
Wie rechne ich Gauß-Krüger in UTM um?
Rechtswert und Hochwert eingeben, zum Beispiel 4468560 5333323. Der Rechner zeigt sofort ETRS89/UTM (hier Zone 32), Breite und Länge und alle anderen Formate. Für den Kataster nutzen Sie die amtliche Transformation Ihres Landes, etwa BWTA2017 in Baden-Württemberg.
Wie genau ist die Umrechnung von Gauß-Krüger in UTM?
Mit dem Gitter BeTA2007 der AdV amtlich etwa 0,9 m; an den Testpunkten des LGL Baden-Württemberg lagen die Abweichungen unter 8 cm. Ohne Gitter, also außerhalb Deutschlands oder wenn es nicht geladen werden kann, sind es etwa 3 m. Die tatsächlich angewandte Genauigkeit steht neben dem Ergebnis.
Woran erkenne ich Gauß-Krüger-Koordinaten?
Der Rechtswert hat sieben Stellen und beginnt mit 2, 3, 4 oder 5 (der Streifen), der Hochwert liegt in Deutschland zwischen etwa 5 200 000 und 6 100 000. Achtstellige Ostwerte mit 32 oder 33 vorn sind dagegen UTM mit Zonennummer.
Welchen Streifen nehme ich?
Den, in dem die Daten geführt werden: Jedes Land hatte einen oder zwei Hauptstreifen, Baden-Württemberg etwa Streifen 3, Bayern Streifen 4. Der Rechner schlägt den nächsten Streifen nach der Lage vor; Sie können einen anderen wählen.